Untersuchung des Augenorgans & der Sehschärfe

Sehschärfe

Neben der Bestimmung der Sehleistung Ihrer Augen (Visus) wird standardmässig eine refraktive Messung durchgeführt, bei der eine mögliche Korrektur (Brillenwerte) erfasst wird. Durch einfache, schmerzfreie Verfahren können Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) und Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) diagnostiziert werden.

Die Untersuchungen im Einzelnen

Kurzsichtigkeit

Kurzsichtigkeit, auch Myopie genannt, ist eine sehr häufige Form der Fehlsichtigkeit. Wer kurzsichtig ist, kann Objekte in der Nähe schärfer sehen als in der Ferne. Oftmals wird Kurzsichtigkeit von einem Auge verursacht, das zu lang gewachsen ist. Die unregelmässige Form des Auges führt dazu, dass eingehende Lichtstrahlen zu stark gebündelt werden und sich vor der Netzhaut treffen, anstatt direkt auf dieser. Als Folge erscheint die Darstellung von entfernten Objekten verschwommen.

Generation Smartphone

Studien haben gezeigt, dass eine übermässige Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern im frühen Kindesalter zu Kurzsichtigkeit führen kann. Meist beginnt diese im Grundschulalter und nimmt im Laufe der Jahre zu. Wenn der Augapfel im Alter zwischen sechs und zehn Jahren zu stark wächst, bedeutet dies den Verlust der Sehschärfe im Fernbereich. Dies zeigt sich beispielsweise dadurch, dass Gesichter und Personen erst spät erkannt werden, oder das Lesen von Strassennamen und Hausnummern schwer fällt. In der Schule oder der Universität können Buchstaben oder Projektionen an der Tafel nicht mehr richtig entziffert werden.

Lassen Sie die smartphone- und bildschirmverwöhnten Augen Ihrer Kinder regelmässig überprüfen, um mögliche Veränderungen der Augen frühzeitig zu behandeln.

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Kurzsichtigkeit fällt in ihrem Schweregrad unterschiedlich aus und kann für das tägliche Leben für Kinder und Erwachsene ein Hindernis darstellen. Eine starke Kurzsichtigkeit erhöht auch das Risiko für eine Netzhautablösung oder für grünen Star (Glaukom) durch erhöhten Augeninnendruck. Es ist daher wichtig, sie frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls eine Hemmung der Myopieprogression anzustreben. Eine bereits erreichte Myopie ist nicht reversibel und kann mittels Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden.

Weitsichtigkeit

Weitsichtigkeit, auch Hyperopie genannt, stellt eine weitere häufige Form der Fehlsichtigkeit dar. Menschen, die weitsichtig sind, können Objekte in der Ferne besser sehen als in der Nähe. Die Weitsichtigkeit sollte nicht mit Alterssichtigkeit verwechselt werden; hierbei werden Objekte in der Nähe zwar auch zunehmend unschärfer, dieses wiederum liegt aber an einem natürlichen Alterungsprozess. Weitsichtigkeit wird normalerweise von einem zu kurzen Auge verursacht. Die unregelmässige Form des Auges führt dazu, dass eingehende Lichtstrahlen nicht ausreichend gebündelt werden und sich hinter der Netzhaut treffen, anstatt direkt auf dieser. Als Folge erscheint die Darstellung von nahen Objekten verschwommener. Beschwerden werden oft erst nach längerer Naharbeit wahrgenommen, da wir einen grossen Teil einer allfällig vorliegenden Weitsichtigkeit durch Akkommodation – als Gewöhnung an den Zustand – gut ausgleichen können. Treten Symptome wie Kopfschmerzen, Verschwommensehen, Müdigkeit oder Schwindel nach längerer Naharbeit (z.B. am PC oder beim Lesen) auf, sollte eine augenärztliche Kontrolle erfolgen.

Hornhautverkrümmung

Die Hornhautverkrümmung, auch Astigmatismus, bezeichnet einen Brechungsfehler des Auges, bei welchem Lichtstrahlen nicht im Brennpunkt auf der Netzhaut, sondern in einer länglichen Brennachse abgebildet werden. Man spricht deshalb auch von Stabsichtigkeit. Ursache ist meist eine ungleichmässige Krümmung der Hornhaut, welche angeboren oder erworben (z.B. durch Narben oder nach Operationen) sein kann. Es kann aber auch eine Erkrankung der Hornhaut (z.B. Keratokonus) oder eine Trübung der Linse (Katarakt) vorliegen.

Am häufigsten liegt ein regulärer Astigmatismus vor, bei welchem die Brechkraft in zwei senkrecht aufeinander stehenden Ebenen ungleich ist, die Hornhautoberfläche ist hierbei glatt.

Beim selteneren, irregulären Astigmatismus handelt es sich um eine unregelmässige Hornhautoberfläche, welche zu vielen verschieden starken Lichtbrechungen führt.

Bei einer milden Ausprägung des Astigmatismus kann es sein, dass keine Beschwerden verursacht werden und daher auch keine Korrektur notwendig ist. Treten Beschwerden auf wie unscharfes Sehen oder Doppelkonturen, kann mittels Brillen- oder Kontaktlinsenanpassung Abhilfe geschaffen werden. Unter Umständen ist auch ein refraktiver Eingriff oder eine Linsenoperation sinnvoll. Dies kann durch genaue Untersuchung durch den Facharzt festgestellt werden.

 

Altersweitsichtigkeit

Altersweitsichtigkeit, auch Presbyopie genannt, ist ein völlig natürlicher Prozess, dem alle Menschen unterliegen. Für unsere Augenlinse wird es mit den Jahren schwieriger, sich auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen. Die Linse verliert im Alter an Elastizität. Deshalb kann das Auge Objekte in der Nähe nicht mehr scharf abbilden, Buchstaben und Zahlen verschwimmen. Das Lesen der Zeitung, einer Strassenkarte, des Busfahrplans oder eines spannenden Buches wird schwieriger – die Arme sind plötzlich «zu kurz».

Bei den meisten Menschen macht sich die Alterssichtigkeit etwa mit Mitte 40 bemerkbar und sie benötigen ihre erste Lesebrille. Mit zunehmendem Alter wird der Vergrösserungsbedarf für scharfes Sehen in der Nähe grösser, so dass das Anpassen der Lesebrille notwendig ist. Je nach zusätzlich vorliegender Fehlsichtigkeit ist auch eine Kombination der Fern- und Nahkorrektur im Sinne einer Gleitsichtbrille sinnvoll.